Nach dem musikalischen Highlight gestern folgte heute schon das nächste, diesmal eher sozialer Natur: In Melbourne ist Derby Day, das heißt Pferderennen auf dem dafür angelegten Track in Flemington. Und das wiederum heißt, die Stadt spielt absolut verrückt und wird überflutet mit einem aufgestylten, überraschend jungen Publikum, das sich letztendlich versammelt, um auf Pferde zu wetten, sich anzuschauen, wie diese um den Parcour hetzen und sich dabei unglaublich mit billigem Sekt zu besaufen... Ich muss aber gestehen, dass ich, nachdem meine Verärgerung über die verstopften Gehwege und den Mangel an Möglichkeiten, sich hinzusetzen, abgeklungen war, und ich meine 5 Dollar auf das erste Pferd gesetzt hatte ("Gooooo Seachange, gooOOO!"), anfing, die Faszination ansatzweise zu verstehen.
"Seachange" wurde leider noch auf den letzten Metern abgefangen und ich meine 5 Dollar los, die ich mir daraufhin im zweiten Durchgang (d.h. im sechsten Rennen - wir waren erst relativ spät angerückt) zurückholen wollte. Also Doppelwette abgeschlossen, 5 Dollar auf Sieg auf den Favouriten "Efficient" und 5 Dollar auf eine Top 3-Platzierung von "The One". Damit konnte ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Über das gesamte Rennen hinweg waren beide nirgendwo zu sehen, doch auf den letzten Metern sprintete "Efficient" an allen Konkurrenten vorbei zum Sieg. Und brachte mir damit 12 Dollar ein. Ich entschied, dass es damit genug sei, und ich durchaus mit einem Tagesverlust von 3 Dollar leben könne, und schaute mir die restlichen Rennen als unbeteiligter Zuschauer an.
Sollte "Auf ein Pferd wetten" auf der Liste der Dinge, die ein Mann in seinem Leben tun müsse, stehen - ich kann es getrost abhaken.
Die Bilder dazu gibts
hier.