Samstag, 3. Februar 2007
Seit drei Tagen sind wir jetzt in Singapur und genießen das gute und billige Essen, die Gesellschaft unserer privaten Fremdenführerin Shu-Wen und versuchen ganz allgemein die Stadt hier zu erleben. Am Donnerstag gings auf einen Computermarkt, wo ich ganz knapp davor stand, eine neue Kamera zu kaufen, nachdem ich den Verkäufer bereits 300 Sing-Dollars runtergehandelt hatte - am Ende hat er sich aber aus dem Geschäft zurückgezogen... vermutlich war der Deal doch ZU gut, oder ich hab ihn zu sehr genervt mit meinen endlosen Fragen nach internationalen Garantien und so. Naja, egal.
Der gestrige Tag wurde in einem Country Club verbracht, mit am Pool liegen, Sauna (zum ersten Mal) und allgemeinem relaxen, bevor wir abends ein paar Bars aufsuchten (eine Bar hieß "FLO" und hatte einen gleichnamigen Cocktail - wer kann von sich behaupten, schon mal mit Flo einen Flo im Flo getrunken zu haben?!).
Naja, heute gibts noch eine kleine Citytour und abends gehen wir nochmal weg, und morgen ists auch schon wieder so weit, das Flugzeug zu betreten. Verdammt, wie schnell das doch alles vorbeigeht.
Dienstag, 30. Januar 2007
Ja, am Sonntag waren wir auf dem Melbourner Big Day Out Festival, eine Menge guter Bands, gutes Wetter und vor allem MUSE lockten... Chronologisch:
The Butterfly Effect (Aussie Rock!)
Evermore (Ebenfalls, aber deutlich sanfter)
--- Food Break ---
My Chemical Romance (besser als erwartet)
Kasabian (kaum zu verstehen mit dem Manchester Akzent, aber sehr geil)
... und dann fing der Spaß an... Statt einem Wellenbrecher hat das Big Day Out Festival eine sogenannte "D Area" direkt vor den Bühnen, für die man sich eine halbe Ewigkeit anstellen muss... Und so stand ich knapp 1,5 Stunden zwischen schwitzenden Menschen, um rechtzeitig zu Muse in die D Area zu kommen. Verpasste Bands: John Butler Trio, The Killers und Jet. Hat sich letztendlich aber gelohnt, zu Muse hatten Steph, Lauren und ich einen richtig guten Platz nahe der Bühne. Und dann kamen Matt, Dom und Chris (und irgendson vierter Kerl an den Keyboards) auf die Bühne und rockten, dass die Hölle zufriert (sogar mit Pyrotechnik und so!). Für die Freaks, dies interessiert, hier meine mitgeschriebene Setlist:
- Map of the Problematique,
- Butterflies & Hurricanes,
- Assassin,
- Supermassive Black Hole,
- Plug In Baby,
- New Born,
- Stockholm Syndrome,
- Feeling Good,
- Hysteria,
- Starlight,
- Time Is Running Out,
- Knights Of Cydonia
Leider haben sie nur eine Stunde gespielt, aber danach sollte ein weiteres Highlight folgen: Tool mit einem Maynard James Keenan in Paradeform erst in neonorangener Bauarbeiterjacke und Strohhut, später oben ohne mit Irokesenschnitt - die Sonnenbrille hat er zu keinem Zeitpunkt abgesetzt - betraten die Bühne und rockten die Masse.
Alles in allem ein Spektakel, das ich nicht missen möchte...
Mittwoch, 17. Januar 2007
Hab ich lang nix mehr gepostet! Hat sich einiges getan seit Weihnachten... z.B. es ist ein neues Jahr angebrochen und wir sind zurück in Melbourne! Flo und ich leben jetzt (mit 8 weiteren Insassen Bewohnern) in der Clinic, für den einen Monat ist das eine akzeptable und durchaus interessante Erfahrung. Dabei habe ich den geräumigsten, offensten und lichtdurchflutetsten (schicker Superlativ, hat mich ne Weile gekostet) Raum erhalten/gewählt, er hat zwei Türen, ein eigenes Waschbecken und eine beeindruckende Sammlung verschiedenster Graffitis. Hinter vorgehaltener Hand wird er auch freundlich "cupboard" genannt, was das Lebensgefühl darin halbwegs gut beschreibt.
Diesen Monat habe ich bis dato mit shoppen (ich glaube, ich bin T-Shirt-süchtig), gelegentlichen Partys (ständig eigentlich) und verschiedensten Aktivitäten rund um Melbourne verbracht: Torquay (yay, billig shoppen), Brighton Beach (Sonnenbrand hallo!), das ACCA (muahaha, was ein Krampf), 41° (ja, bei den Temperaturen ist sogar Blinzeln eine "Aktivität"), Op-Shops auf Chapel Street (wo sonst bekommt man eine Hose für $3,75, nur leicht mit Kugelschreiber verziert) - und letztlich ein Besuch bei den Australian Open heute.
Vier Matches hab ich gesehen:
Novak Djokovic vs. Feliciano Lopez (6-2 7-5 6-1),
Nadia Petrova vs. Gisela Dulko (6-1 6-2),
Serena Williams vs. Anne Kremer (7-6 6-2) und
Marat Safin vs. Dudi Sela (6-3 5-7 4-6 7-6 6-0).
Ich muss sagen, nachdem das ganze relativ langweilig anfing, entwickelte sich insbesondere während der letzten Begegnung eine gewisse Atmosphäre in der Arena und Begeisterung bei mir. Der Israeli Dudi Sela bereitete dem Favouriten Marat Safin mit lautstarker Fanunterstützung das eine oder andere Problemchen - bis letzterer im vierten Satz kurz vor der Niederlage stand. Doch dann kam ihm in Form des Melbourner Aprilwetters (nein, hier ist natürlich auch Januar, das soll nur die Wetterbedingungen verdeutlichen, du Dummerchen) ein Rettungsanker zugeflogen: Es fing an zu regnen, und er weigerte sich beim Stand von (ich glaube) 5-6 und 30-30 weiterzuspielen. Die Schiedsrichterin veranlasste, das Dach zu schließen und den Platz zu trocknen. Und diese Pause - Profi, der er ist - nutzte Marat Safin, um sich wieder zu sammeln und nach knapp 15 Minuten mit konzentrierter Konzentration (!) wieder ans Werk zu gehen. Und was soll man sagen: es half. Dudi Sela bekam keinen Punkt mehr auf die Reihe, verlor den 4 Satz noch knapp im Tie Break, aber brach im Fünften dann vollständig ein. Knockout nach dreieinhalb Stunden. Ich hätts ihm gegönnt, muss ich sagen, aber hätte, wäre, würde - Safin ist in der nächsten Runde. Ich jedenfalls werde das Turnier mit Spannung weiterverfolgen, und eventuell spontan noch einmal hingehen, sofern die Begegnungen passen. Morgen wäre ein toller Tag dafür, mit Matches von Sharapova, Hingis, Haas und noch einigen anderen auf Plätzen, die man mit dem günstigen Ground Pass betreten darf... aber direkt nochmal 9 Stunden auf den harten Hartschalensitzen der Vodafone Arena - nee danke... mein Hintern tut so schon genug weh...
Sonntag, 10. Dezember 2006
Flo ist hier neben mir zwar gerade dabei, genau das gleiche zu tippen, aber ich will dem exklusiven Leserkreis des schmuhfblogs natuerlich nichts vorenthalten:
Unser Trip fing an wie geplant: Ein paar Nationalparks, nackt auf dem hoechsten Berg Australiens und einen halben Tag in der Hauptstadt. Dann sollte es in die Richtung Sydneys gehen, doch nach gerade mal 5 Tagen verliess uns unser Glueck in der Gegend suedlich von Wollongong: waehrend einer einstuendigen Strandpause wurde unser Auto geknackt und kurzgeschlossen, mit all unseren Sachen drin, abgesehen vom Zelt und Flos Geldbeutel, Handy und Kamera. Zwei Tage spaeter fanden wir es dann wieder: angezuendet und ausgebrannt. Vorher haben die Kerle das Auto noch durchsucht, und ein paar Sachen rausgeschmissen (z.B. meinen Pass), aber Klamotten, Kamera etc. ist weg... :-(
Nun sind wir in Sydney und haben nach knapp zwei Tagen, die wir gebraucht haben, um uns wieder mit dem noetigsten einzudecken, endlich mal angefangen, uns wieder wie Touristen zu verhalten und alles wichtige hier abzuklappern...
... und unsere weitere Reise zu planen. Von hier aus gehts naemlich in deutlich weniger Zeit mit dem Greyhound-Bus hoch nach Cairns, und von dort aus am 27. Dezember mit dem Flieger wieder nach Melbourne. Weihnachten wird auf Magnetic Island gefeiert. Alle Details gibts bei Flo.
Hoffentlich ist uns das Glueck auf dem restlichen Trip hold(er)!
Mittwoch, 29. November 2006
 Soo, ready to go! Morgen früh gehts los, dann wird die Ostküste gerockt - ohne Laptops oder ähnliches, daher wird die Berichterstattung wohl eher mau ausfallen, aber ich versuche, mich aus Backpackers, Internetcafés oder von wo auch immer ab und zu mal zu melden... Erste Stationen sind Mt. Kozzie, Canberra und dann langsam Richtung Sydney.
So, jetzt wird erstmal der Laptop weggeschlossen, und alles, was hierbleibt, in die Clinic gebracht... dann das Haus geputzt und morgen früh machen wir uns auf die Reise... wünscht uns Glück!
Samstag, 11. November 2006
Gestern war also das letzte in dem Sinne universitäre Event dieses Jahres: Der End of Year Ball im Crown Casino Komplex mit knapp 1400 Gästen. Wir hatten uns gemäß unserer momentanen Lieblingszahl an Tisch 55 einquartiert und ließen uns dort mit Getränken und Essen versorgen. Letzteres hat mich nicht umgehauen, das fand ich beim Mid Year Ball Ende des letzten Semesters irgendwie besser, aber mit der Musikauswahl wurde das wieder gutgemacht: Das Highlight des Abends hieß TV Rock feat. Seany B - eine hier unten recht bekannte DJ-Combo, die vor nicht allzulanger Zeit mit "Flaunt it" einen Nummer Eins-Hit landete und es gestern schaffte, mit ihrer ungewöhnlichen, aber eingängigen Mixtur aus House und Hip-Hop-Vocals die Massen zum Kochen zu bringen. Leider wurden die Jungs bereits nach wenigen Songs von einem der Sicherheitskräfte abgewürgt - anscheinend, weil es eine Prügelei im Publikum gab und die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte, oder so. Ziemlich scheisse, weil die Jungs grad verdammt gut drauf waren, und ich die Musik und die Tanzfläche gerade sehr genoss...
Naja, so gings nach kurzem Warten auf den Bus noch in die "Metro", eine dieser riesigen Discos, die irgendwie keinen Charme haben... zudem war die Musik nicht mehr halb so gut, also machten wir uns knapp zwei Stunden später auf den Heimweg... Trotzdem ein toller Abend!
Bilder hier
Montag, 6. November 2006
Jawoll... mein akademisches Jahr ist abgeschlossen. Mit der letzten Klausur heute (Data Mining, wie schön) habe ich mein zweites Semester halbwegs erfolgreich abgeschlossen - Ergebnisse gibts Anfang Dezember.
Die nächsten dreieinhalb Wochen stehen ganz im Zeichen des Müßiggangs - nichts zu tun, ein paar nette kleine Parties hier und da (z.b. der Jahresabschlussball mit 1500 Personen, unsere Studio 55 / Area 55 Party oder Biancas Abschiedsparty) und einfach mal wieder das schöne Leben genießen - hach, gehts mir gut! - bevor sich Flo und ich mit unserem neuen alten Holden Commodore (eigener Bericht folgt bald, schätz ich mal) auf die Reise die Ostküste hinauf machen...
Samstag, 4. November 2006
Nach dem musikalischen Highlight gestern folgte heute schon das nächste, diesmal eher sozialer Natur: In Melbourne ist Derby Day, das heißt Pferderennen auf dem dafür angelegten Track in Flemington. Und das wiederum heißt, die Stadt spielt absolut verrückt und wird überflutet mit einem aufgestylten, überraschend jungen Publikum, das sich letztendlich versammelt, um auf Pferde zu wetten, sich anzuschauen, wie diese um den Parcour hetzen und sich dabei unglaublich mit billigem Sekt zu besaufen... Ich muss aber gestehen, dass ich, nachdem meine Verärgerung über die verstopften Gehwege und den Mangel an Möglichkeiten, sich hinzusetzen, abgeklungen war, und ich meine 5 Dollar auf das erste Pferd gesetzt hatte ("Gooooo Seachange, gooOOO!"), anfing, die Faszination ansatzweise zu verstehen.
"Seachange" wurde leider noch auf den letzten Metern abgefangen und ich meine 5 Dollar los, die ich mir daraufhin im zweiten Durchgang (d.h. im sechsten Rennen - wir waren erst relativ spät angerückt) zurückholen wollte. Also Doppelwette abgeschlossen, 5 Dollar auf Sieg auf den Favouriten "Efficient" und 5 Dollar auf eine Top 3-Platzierung von "The One". Damit konnte ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Über das gesamte Rennen hinweg waren beide nirgendwo zu sehen, doch auf den letzten Metern sprintete "Efficient" an allen Konkurrenten vorbei zum Sieg. Und brachte mir damit 12 Dollar ein. Ich entschied, dass es damit genug sei, und ich durchaus mit einem Tagesverlust von 3 Dollar leben könne, und schaute mir die restlichen Rennen als unbeteiligter Zuschauer an.
Sollte "Auf ein Pferd wetten" auf der Liste der Dinge, die ein Mann in seinem Leben tun müsse, stehen - ich kann es getrost abhaken.
Die Bilder dazu gibts hier.
Als follow-up zu diesem Beitrag sozusagen berichte ich heute von meinem gestrigen Musik-Highlight: Die Whitlams, eine hier unten recht bekannte Band, die man wohl am ehesten in die Kategorie "Piano-Rock" schieben kann, spielten im Hotel Esplanade und zu sechst machten wir uns auf den (zeitweise recht umständlichen) Weg...
Tim Freedman, der Sänger, kann wohl nur mit dem Wort "Genie" bezeichnet werden - sowohl ob seiner Performance am Keyboard als auch seiner zynischen Texte wegen ("My friends are completely fucked, but they're so much fun to have around..."). Unbedingt anschauen, falls sich die Gelegenheit ergeben sollte...
Alles in allem ein sehr gelungener Abend, inklusive Pizza im Park, zwei guten Vorbands und jeder Menge Geswinge, Getanze, Gesinge trotz unzureichender Lyrics-Kenntnisse. So muss das laufen.
Bilder gibts diesmal leider nur bei Tom.
Freitag, 20. Oktober 2006
Tja, und das wars dann mit den großen Beach Club Events dieses Semesters. Drei Trips haben wir veranstaltet, und der dritte war sicherlich einer der besten. 35 Personen haben wir chauffiert, bewirtet und in 4 tollen Häusern untergebracht. Die Gruppe war sicherlich die beste, die wir bis jetzt hatten, kaum jemand aus underem engeren Freundeskreis, der nicht mitgekommen ist. Das Haupthaus, in dem wir unsere Abende verbrachten, besaß sogar einen eigenen Strandzugang und unsere Aktivität, die wir in Anlehnung an hiesige Einsiedler-Fernsehshows "Prom Survivor" tauften, konnte zwar nicht mit der Mr. & Ms. Beach Club Competition vom letzten Trip mithalten, war aber dennoch spaßig. Leider hatten wir auch ein paar Unfälle, Andreas hat bei einer Disziplin mit dem Gesicht gebremst, es aber glücklicherweise mit Humor genommen. Zum Glück aber nichts ernsthaftes.
Der Naturpark Wilson's Prom ist auch interessant, aber kann meiner Meinung nicht mit Tasmanien mithalten, außer in Sachen Kälte vielleicht. ;)
In den Bildern kann man sich ein eigenes Bild unseres letzten Beach-Club-Abenteuers machen...
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